EU AI Act verständlich erklärt: Pflichten, Zeitplan, Polen und die Rolle von Wiz

Stand 10. September 2026, zweite Fassung. Jede Abkürzung wird beim ersten Vorkommen erklärt, am Ende steht ein Glossar. Quellen ganz unten.

Das Wichtigste in sechs Sätzen. Der EU AI Act ist das Gesetz der Europäischen Union für künstliche Intelligenz und funktioniert wie ein Produktsicherheitsgesetz: Je gefährlicher der Einsatzzweck, desto mehr Pflichten hat, wer die KI baut oder benutzt. Für die meisten Unternehmen zählen heute drei Dinge: eine vollständige Liste der eingesetzten KI, geschulte Mitarbeiter und ein sichtbarer Hinweis an jedem Chatbot, dass man mit einer KI spricht (Pflicht seit 2. August 2026). Die strengen Pflichten für KI in sensiblen Bereichen wie Personalauswahl, Kreditvergabe oder Stromnetzen wurden im Juli 2026 verschoben und gelten jetzt ab 2. Dezember 2027. Polen hat kein abweichendes KI-Gesetz, sondern ein Umsetzungsgesetz, das eine neue zentrale KI-Behörde schafft; sie darf ab 28. Oktober 2026 prüfen und Strafen verhängen. Wiz hilft bei dem Teil der Pflichten, der in der Cloud sichtbar ist: welche KI läuft, welche Daten sie sieht, ob sie sicher konfiguriert ist und was sie zur Laufzeit tut. Die rechtliche Einstufung, die Dokumentation und die Prozesse bleiben Aufgabe des Kunden.

Begriffe, die in diesem Text vorkommen

AI Act, KI-VerordnungDasselbe Gesetz, zwei Namen. Offiziell Verordnung (EU) 2024/1689. Im Text steht „AI Act".
OmnibusEin Änderungsgesetz, das mehrere andere Gesetze auf einmal anpasst. Der „Digital Omnibus on AI" (Verordnung (EU) 2026/1744) hat im Juli 2026 die Fristen des AI Act verschoben.
AnbieterWer ein KI-System entwickelt oder unter eigenem Namen anbietet. Im Gesetz „Provider".
BetreiberWer ein KI-System beruflich einsetzt. Im Gesetz „Deployer".
Hochrisiko-SystemKI in einem der Bereiche, die das Gesetz in zwei Listen am Ende aufzählt: Anhang III (eigenständige Systeme, etwa für Recruiting oder Kredit) und Anhang I (KI als Sicherheitsteil in Produkten, die ohnehin geprüft werden, etwa Medizingeräte).
BasismodellEin Sprach- oder Bildmodell, das für viele Zwecke taugt: Gemini, GPT, Claude, Llama, Mistral. Das Gesetz nennt es „KI-Modell mit allgemeinem Verwendungszweck", englisch GPAI.
KI-BüroDie Abteilung der EU-Kommission, die Basismodelle beaufsichtigt. Englisch „AI Office".
BundesnetzagenturDie deutsche Behörde, die seit 29. Juli 2026 den AI Act überwacht.
KRiBSIDie neue polnische KI-Kommission (Komisja Rozwoju i Bezpieczeństwa Sztucznej Inteligencji, Kommission für Entwicklung und Sicherheit der künstlichen Intelligenz).
CNAPPDie Produktkategorie von Wiz: eine Plattform, die eine ganze Cloud-Umgebung auf Sicherheitsprobleme scannt (Cloud Native Application Protection Platform).

1. Was ist der EU AI Act überhaupt?

Der AI Act ist seit 1. August 2024 in Kraft. Er ist eine Verordnung, und das ist der erste wichtige Punkt: Eine EU-Verordnung gilt in allen 27 Mitgliedsländern direkt, ohne dass ein nationales Parlament sie abschreiben muss. Das ist derselbe Mechanismus wie bei der Datenschutz-Grundverordnung. Nationale Gesetze wie das deutsche oder das polnische regeln deshalb nur, welche Behörde zuständig ist und wie sie vorgeht. Die Pflichten selbst sind in Berlin und Warschau identisch.

Am besten versteht man das Gesetz als Produktsicherheitsrecht, nicht als Technikgesetz. Ein Toaster braucht in der EU ein CE-Zeichen, ein Aufzug wird von einer Prüfstelle abgenommen, ein Spielzeug darf keine verschluckbaren Kleinteile haben. Der AI Act überträgt dieses Denken auf KI. Es kommt nicht darauf an, welches Modell in einem System steckt, sondern wofür das System eingesetzt wird. Derselbe Sprachmodell-Baustein läuft in einem Kochrezept-Chatbot fast ohne Pflichten und gilt in einem Bewerber-Vorsortierer als Hochrisiko-System.

Das Gesetz gilt für jeden, der ein KI-System in der EU anbietet oder beruflich einsetzt. Es gilt auch für Firmen außerhalb der EU, sobald das Ergebnis ihres Systems in der EU genutzt wird, wieder wie bei der Datenschutz-Grundverordnung. Ausgenommen sind rein private Nutzung, Militär und reine Forschung.

Was ein „KI-System" ist, definiert das Gesetz bewusst weit: ein maschinelles System, das aus Eingaben ableitet, welche Vorhersagen, Empfehlungen oder Entscheidungen es ausgibt, und das dabei ein gewisses Maß an Eigenständigkeit hat. Sprachmodelle, Bilderkennung, Scoring-Modelle und Empfehlungssysteme fallen darunter. Eine feste Wenn-dann-Regel in einer Tabelle ist keine KI im Sinne des Gesetzes.

Warum gibt es das Gesetz? Die EU wollte verhindern, dass KI Menschen unbemerkt bewertet, aussortiert oder manipuliert, und gleichzeitig einen einheitlichen Markt schaffen, in dem ein einmal geprüftes System überall verkauft werden darf. Daher die Mischung aus Verboten, Prüfpflichten und Kennzeichnungspflichten.

2. Die drei Rollen: Wer hat welche Pflichten?

Das Gesetz verteilt Pflichten nach Rolle in der Lieferkette. Ein Unternehmen hat oft mehrere Rollen gleichzeitig.

ModellanbieterBaut das Basismodell: Google (Gemini), OpenAI (GPT), Anthropic (Claude), Meta (Llama), Mistral. Pflichten seit August 2025: technische Dokumentation, Urheberrechts-Regeln, Zusammenfassung der Trainingsdaten, bei sehr großen Modellen zusätzlich Sicherheitstests und Meldepflichten. Aufsicht führt das KI-Büro der EU-Kommission.
Modell wird per Schnittstelle oder als Download eingebaut
Anbieter des KI-SystemsBaut aus dem Modell ein Produkt mit einem Zweck: ein Softwarehersteller, der ein Recruiting-Tool verkauft, oder eine IT-Abteilung, die intern einen Assistenten baut. Der Anbieter legt mit dem Zweck fest, in welche Risikostufe das System fällt, und trägt bei Hochrisiko die Hauptlast der Pflichten. Wiz ordnet sich selbst hier ein, weil es Fremdmodelle in seine Plattform einbaut.
Produkt wird lizenziert oder intern freigegeben
BetreiberSetzt das System beruflich ein: die Personalabteilung, die Kreditabteilung, das Callcenter. Muss wissen, welche KI im Einsatz ist, die Gebrauchsanweisung befolgen, Mitarbeiter schulen und bei Hochrisiko eine menschliche Aufsicht sicherstellen. Wer ein System stark verändert oder für einen anderen Zweck nutzt, wird selbst zum Anbieter.
Beispiel. Ein Versicherer in Warschau kauft eine Schadensprüf-Software, die auf Gemini aufsetzt. Google ist Modellanbieter, der Softwarehersteller ist Anbieter, der Versicherer ist Betreiber. Baut die IT-Abteilung des Versicherers stattdessen selbst einen Assistenten auf Google Vertex AI, ist der Versicherer Anbieter und Betreiber zugleich und trägt beide Pflichtenpakete.

3. Die vier Risikostufen

Verbotenseit Februar 2025, erweitert ab Dezember 2026
HochrisikoPflichten ab Dezember 2027 bzw. August 2028
Kennzeichnungspflichtgilt seit August 2026
Minimales Risikokeine Pflichten aus dem AI Act, der Großteil aller Anwendungen
StufeBeispiele aus dem AlltagWas gilt
verbotenBehördliches Social Scoring; KI, die Menschen gezielt manipuliert und ihnen schadet; Gesichtsbilder massenhaft aus dem Internet sammeln; Emotionserkennung am Arbeitsplatz oder in Schulen; ab 2. Dezember 2026 auch Systeme, die Nacktbilder ohne Einwilligung („Nudifier") oder Missbrauchsdarstellungen von Kindern erzeugen können.Darf nicht angeboten oder genutzt werden. Höchste Strafstufe.
HochrisikoAnhang III: Bewerber vorsortieren, Mitarbeiter bewerten oder Kündigungen vorschlagen; Kreditwürdigkeit prüfen; Lebens- und Krankenversicherung bepreisen; Prüfungen bewerten oder Schüler zulassen; Strom-, Wasser-, Gas- und Verkehrsnetze steuern; biometrische Identifizierung; Polizei, Grenzschutz, Justiz. Anhang I: KI als Sicherheitsteil in Medizingeräten, Fahrzeugen, Aufzügen, Flugzeugen.Umfangreiche Pflichten für Anbieter und Betreiber, siehe Abschnitt 4. Anhang III ab 2. Dezember 2027, Anhang I ab 2. August 2028.
KennzeichnungChatbots und KI-Agenten, die mit Menschen sprechen; Bild-, Audio-, Video- und Textgeneratoren; Deepfakes; Emotionserkennung, wo sie erlaubt ist.Nutzer müssen erkennen können, dass sie mit KI zu tun haben, und generierte Inhalte müssen markiert sein. Gilt seit 2. August 2026, unabhängig davon, ob das System auch hochriskant ist.
minimalSpamfilter, Rechtschreibhilfe, Code-Assistenten, interne Suche, Zusammenfassungen, Produktempfehlungen im Shop.Keine Pflichten aus dem AI Act. Datenschutzrecht gilt trotzdem.
Tabelle seitlich scrollbar.

Die Kennzeichnungsstufe hängt an der Funktion, nicht am Risiko. Ein Chatbot fällt darunter, egal ob er Kochrezepte oder Kreditentscheidungen erklärt. Deshalb trifft der 2. August 2026 die Breite der Unternehmen, während die Hochrisiko-Verschiebung nur die Anbieter und Betreiber der Anhang-Systeme betrifft.

4. Was Unternehmen konkret tun müssen

gilt für jedes Unternehmen, das KI nutzt

  • Inventar führen. Wissen, welche KI wo läuft, auch die Copilots in Microsoft 365, die Chatbots im Kundenservice und die Modelle, die Entwickler selbst gestartet haben. Ohne diese Liste kann niemand die Risikostufe bestimmen, und jede Behördenanfrage beginnt mit genau dieser Frage.
  • Verbote prüfen. Sicherstellen, dass keine der verbotenen Anwendungen im Einsatz ist, etwa Emotionserkennung im Callcenter zur Mitarbeiterbewertung.
  • Mitarbeiter schulen. Artikel 4 verlangt seit Februar 2025 Maßnahmen zur KI-Kompetenz des Personals. Der Omnibus hat die Formulierung von „sicherstellen" auf „fördern" abgeschwächt, aber die Pflicht bleibt und sollte dokumentiert sein.
  • Kennzeichnen. Seit 2. August 2026: Chatbots und Agenten sagen, dass sie KI sind (Agenten auch, in wessen Auftrag sie handeln). Generierte Bilder, Audio, Video und Texte tragen eine maschinenlesbare Markierung. Deepfakes und KI-Texte zu Themen von öffentlichem Interesse werden sichtbar gekennzeichnet. Ausnahme: interne, rein berufliche Ausgaben mit menschlicher Redaktion.
  • Lieferanten in die Pflicht nehmen. Vom Softwarehersteller und vom Modellanbieter Dokumentation verlangen, in Verträgen festhalten, wer welche Rolle hat.

wartet nur bei Hochrisiko, ab Dezember 2027

  • Risikomanagement: Risiken laufend suchen, bewerten, mindern, über die gesamte Lebensdauer.
  • Datenqualität: Trainings-, Test- und Prüfdaten müssen zum Zweck passen, fehlerarm sein und auf Verzerrungen geprüft werden.
  • Technische Dokumentation: das Handbuch für die Behörde: Zweck, Architektur, Daten, Tests, Grenzen.
  • Protokollierung: das System schreibt automatisch mit, damit sich Entscheidungen später nachvollziehen lassen.
  • Gebrauchsanweisung für den Betreiber.
  • Menschliche Aufsicht: ein Mensch kann eingreifen, stoppen oder übersteuern.
  • Genauigkeit, Robustheit, Cybersicherheit: das System liefert verlässliche Ergebnisse und ist gegen Angriffe geschützt.
  • Qualitätsmanagement, Konformitätsbewertung, CE-Zeichen, Eintrag in die EU-Datenbank: der Weg, wie das System offiziell freigegeben wird.
  • Betreiber zusätzlich: Grundrechte-Folgenabschätzung (Behörden, Banken, Versicherer), Betroffene informieren, Logs mindestens sechs Monate aufbewahren.

Welche Branchen sind typischerweise von Anhang III betroffen? Personalabteilungen in allen Branchen (Recruiting-Software), Banken (Kreditscoring, Betrugserkennung mit Kundenbewertung), Versicherer (Risikobewertung in Leben und Kranken), Bildung, Energie- und Wasserversorger, Verkehrsbetriebe und der öffentliche Sektor. Ein Softwarehaus, das für diese Kunden baut, ist als Anbieter betroffen.

5. Zeitplan: Was gilt schon, was kommt noch

Ursprünglich sollten die Hochrisiko-Pflichten am 2. August 2026 starten. Das Problem: Die technischen Normen, an denen sich Unternehmen bei der Umsetzung orientieren sollen, waren nicht fertig. Sie werden von den europäischen Normungsorganisationen CEN und CENELEC geschrieben, und im Juni 2026 war noch keine einzige davon offiziell veröffentlicht. Die Kommission hat deshalb im November 2025 den Omnibus vorgeschlagen; er wurde im Schnellverfahren beschlossen und gilt seit 27. Juli 2026. Die Fristen sind jetzt feste Daten, ohne Bedingung.

gilt kommt oder wurde verschoben neu durch Omnibus Verbot Polen

6. Strafen

VerstoßHöchststrafe
Verbotene Anwendung eingesetzt35 Mio. Euro oder 7 % des weltweiten Jahresumsatzes, je nachdem, was höher ist
Andere Pflichten verletzt, etwa Kennzeichnung oder Hochrisiko-Anforderungen15 Mio. Euro oder 3 %
Behörde falsch oder unvollständig informiert7,5 Mio. Euro oder 1 %
Für kleine und mittlere Unternehmen gilt jeweils der niedrigere der beiden Werte. Die Strafen verhängen die nationalen Behörden, in Deutschland die Bundesnetzagentur, in Polen die KI-Kommission.

7. Wer kontrolliert das?

Die Aufsicht ist zweistufig. Für Basismodelle ist das KI-Büro der EU-Kommission zuständig, seit 2. August 2026 mit Bußgeldbefugnis. Für alle anderen KI-Systeme sind nationale Behörden zuständig, und jedes Land durfte selbst entscheiden, wie es diese organisiert.

Deutschland hat sich für ein gemischtes Modell entschieden. Die Bundesnetzagentur ist seit 29. Juli 2026 die zentrale Aufsicht, Beschwerdestelle und Anlaufstelle für Unternehmen, mit einem Service-Desk und einem Online-Tool zur ersten Einschätzung der Risikoklasse. Für den Finanzsektor bleibt die BaFin zuständig, für Medien die Landesmedienanstalten.

Polen ist den entgegengesetzten Weg gegangen und hat eine einzige neue Behörde geschaffen. Das ist das „polnische AI Act", nach dem du gefragt hast.

8. Polen: Das Gesetz über KI-Systeme

Kurz gesagt. Polen hat kein eigenes, abweichendes KI-Recht. Das „Gesetz über Systeme künstlicher Intelligenz" (ustawa o systemach sztucznej inteligencji) vom 3. Juli 2026 ändert keine einzige Pflicht aus dem AI Act. Es regelt, wer in Polen kontrolliert, wie Prüfungen ablaufen, wie Strafen verhängt werden, und schafft zwei Werkzeuge, die Unternehmen aktiv nutzen können: verbindliche Auskünfte und eine Testumgebung.

Wie es entstanden ist

Die Regierung hat den Entwurf am 9. April 2026 in den Sejm eingebracht, die erste Kammer des Parlaments. Der Sejm hat das Gesetz am 11. Juni 2026 mit 421 zu 3 Stimmen beschlossen, der Senat hat 25 Änderungen vorgeschlagen, von denen der Sejm am 3. Juli 24 übernahm. Präsident Karol Nawrocki unterschrieb am 24. Juli 2026, die Veröffentlichung im Gesetzblatt (Dziennik Ustaw 2026, Position 1003) folgte am 27. Juli. Polen war damit knapp vor dem 2. August fertig, dem Tag, an dem jedes EU-Land eine zuständige Behörde haben musste.

Die neue Behörde: die KI-Kommission

Die KRiBSI ist ein Gremium mit sieben Mitgliedern: ein Vorsitzender, zwei Stellvertreter und vier Mitglieder, die von bestehenden Behörden entsandt werden: dem Wettbewerbs- und Verbraucherschutzamt (UOKiK), der Finanzaufsicht (KNF), dem Rundfunkrat (KRRiT) und der Telekommunikationsbehörde (UKE). Den Vorsitzenden wählt der Sejm mit Zustimmung des Senats für fünf Jahre. Die tägliche Arbeit erledigt eine Geschäftsstelle im Digitalministerium. Dazu kommt ein beratender Gesellschaftsrat für KI mit 9 bis 15 Mitgliedern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Gewerkschaften und Bürgerrechtsorganisationen.

Warum eine einzige Behörde? Das Digitalministerium hat argumentiert, dass es in Polen zu wenige KI-Fachleute gibt, um jede Fachbehörde einzeln aufzurüsten. Von 19 EU-Ländern, die Anfang 2026 ihr Modell festgelegt hatten, haben 17 die Aufsicht auf mehrere Behörden verteilt. Nur Polen und Litauen haben eine einzige Stelle bestimmt, und nur Polen hat dafür eine ganz neue Institution gegründet. Frankreich hat 14 Behörden benannt, Deutschland zwei.

Stand heute, 10. September 2026, ist der Vorsitz noch nicht besetzt. Kandidaten konnten bis heute vorgeschlagen werden, die Wahl im Sejm ist für die Sitzungswoche vom 15. bis 18. September geplant, der Senat muss danach zustimmen. Die gesetzliche Frist für die Ernennung ist der 11. Oktober, die erste Sitzung muss bis 11. November stattfinden. Das Ministerium rechnet mit Arbeitsbeginn im November. Die Denkfabrik interface hat den Entwurf vom Februar 2026 analysiert und dabei ein Budget von etwa 278 Mio. Złoty über zehn Jahre (rund 65 Mio. Euro) und einen Aufbau von 30 Mitarbeitern in 2026 auf 80 bis 2028 gezählt; das Endgesetz kann davon abweichen.

Drei Stufen des Inkrafttretens

Was die Kommission darf

Zwei Werkzeuge, die Unternehmen nutzen können

Verbindliche Einzelauskunft. Ab 28. Oktober 2026 kann ein Unternehmen der Kommission einen konkreten Sachverhalt vorlegen, etwa „Wir planen dieses Recruiting-Tool, ist es hochriskant?", und bekommt für 150 Złoty (rund 35 Euro) innerhalb von 30 Tagen eine Antwort, bei komplexen Fällen 60 Tage. Antwortet die Kommission nicht rechtzeitig, gilt die Sichtweise des Unternehmens als bestätigt. Die Auskunft bindet die Kommission und die beteiligten Behörden, und wer sich daran hält, kann später nicht dafür belangt werden. Das Modell ist den polnischen Steuerauskünften nachgebaut und ist in der EU bisher einzigartig.

Testumgebung (Reallabor). Die Kommission muss mindestens eine Testumgebung betreiben, in der Unternehmen ein KI-System sechs bis zwölf Monate unter Aufsicht erproben und dabei von einzelnen Pflichten befreit werden können, etwa bei Dokumentation, Datensätzen, Protokollierung oder Konformitätsbewertung. Kleine und mittlere Unternehmen zahlen nichts, große Unternehmen eine Gebühr in Höhe einiger Mindestlöhne, die genaue Höhe legt eine Verordnung fest. Auswahl per Wettbewerb, EU-Unternehmen werden bevorzugt. Nach dem Ende kann man innerhalb von 90 Tagen eine verbindliche Auskunft beantragen, die in 14 Tagen kommt.

Deutschland und Polen im Vergleich

DeutschlandPolen
GesetzKI-Marktüberwachungs- und Innovationsförderungsgesetz, in Kraft seit 29. Juli 2026Gesetz über KI-Systeme, Hauptteil seit 11. August 2026, Prüfbefugnisse ab 28. Oktober 2026
BehördeBundesnetzagentur (bestehende Behörde, neue Aufgabe), BaFin für Finanzen, Medienanstalten für MedienKRiBSI (neue Behörde), Finanzaufsicht und Verbraucherschutz sitzen mit im Gremium
ModellVerteilt, mit zentraler AnlaufstelleEine einzige zentrale Behörde
Werkzeuge für UnternehmenService-Desk, Online-Ersteinschätzung, geplantes ReallaborVerbindliche Einzelauskunft (150 Złoty, 30 Tage, Schweigen gilt als Zustimmung), Reallabor kostenlos für kleine und mittlere Unternehmen
BesonderheitenBehörde beschreibt sich selbst als „Enabler"Öffentliches Register bestrafter Systeme, persönliche Strafbarkeit bei Behinderung einer Prüfung
Pflichten der UnternehmenIdentisch, sie kommen aus dem AI Act
Tabelle seitlich scrollbar.

9. Wiz in einem Absatz erklärt

Wiz ist eine Sicherheitsplattform für Cloud-Umgebungen und seit 11. März 2026 Teil von Google Cloud, bleibt aber als Marke bestehen und sichert weiterhin AWS, Azure, Google Cloud und Oracle ab. Die Plattform verbindet sich ohne Software-Installation mit den Cloud-Konten eines Kunden, liest alles ein, was dort läuft (Server, Container, Datenbanken, Speicher, Zugriffsrechte, Netzwerke), und baut daraus eine Landkarte, den Security Graph. Auf dieser Karte sieht man, welche Probleme zusammen einen Angriffsweg ergeben, etwa: öffentlich erreichbarer Server plus veraltete Software plus Zugriffsrecht auf eine Datenbank mit Kundendaten. Seit 2024 kann Wiz auch KI-Bausteine auf dieser Karte sehen; im März 2026 wurde das als eigenes Paket „AI Application Protection Platform" (AI-APP) vorgestellt.

Die Wiz-Funktionen, die für den AI Act zählen, in Klartext:

10. Wo Wiz beim AI Act konkret hilft, nach Situation beim Kunden

Jede Karte: Situation, welche Pflicht daran hängt, was Wiz dazu liefert, und was der Kunde trotzdem selbst machen muss. Grün ist Wiz, Orange bleibt beim Kunden.

„Wir wissen nicht, welche KI bei uns überhaupt läuft."

Pflicht aus dem AI Act
Keine ausdrückliche Inventarpflicht, aber die Voraussetzung für alles andere: Ohne Liste keine Risikoeinstufung, keine Schulungsplanung, keine Kennzeichnung, keine Antwort an die Behörde. Bei einer Prüfung in Polen sind Dokumentation und IT-Systeme das Erste, was die Kommission sehen will.
Was Wiz liefert
Das KI-Inventar und die KI-Stückliste, ohne Installation, über alle Clouds, inklusive Schatten-KI: das Modell, das ein Entwickler vor einem Jahr auf einer Testmaschine gestartet hat, der OpenAI-Schlüssel in einer Funktion, die Copilot-Erweiterung im Editor. Exportierbar als Bericht.
Was beim Kunden bleibt
KI außerhalb der Cloud (Software auf Laptops, reine SaaS-Verträge ohne Cloud-Anbindung) muss manuell ergänzt werden. Die rechtliche Einstufung jedes Eintrags macht Legal, mit dem Online-Tool der Bundesnetzagentur oder in Polen per verbindlicher Auskunft.

„Unsere Entwickler nutzen Copilot, Cursor und Claude Code, wer weiß was noch."

Pflicht aus dem AI Act
Code-Assistenten sind minimales Risiko, es gibt keine direkte Pflicht. Relevant sind die KI-Kompetenz (die Firma muss wissen, was ihre Leute nutzen, um sie schulen zu können) und die Frage, ob KI-generierter Code in einem Hochrisiko-System landet, dessen Cybersicherheit ab Dezember 2027 nachgewiesen werden muss.
Was Wiz liefert
Die KI-Stückliste zählt auch Editor-Erweiterungen und unterscheidet erlaubte Werkzeuge von unbekannten Plugins. Wiz Code prüft KI-generierten Code direkt im Editor auf Schwachstellen, Passwörter im Code und unsichere Konfigurationen, bevor er in die Cloud geht.
Was beim Kunden bleibt
Die Schulung selbst und die Regel, welche Werkzeuge erlaubt sind.

„Wir haben einen Kundenservice-Chatbot auf Vertex AI oder Bedrock."

Pflicht aus dem AI Act
Kennzeichnung seit 2. August 2026: Der Chatbot muss sich als KI zu erkennen geben. Bußgeld bis 15 Mio. Euro oder 3 %. Dazu Datenschutz für die Gesprächsinhalte.
Was Wiz liefert
Zeigt, wo überhaupt Chatbots laufen (also wo die Pflicht greift), ob der Endpunkt ohne Anmeldung erreichbar ist, ob die Schutzfilter des Cloud-Anbieters an sind, ob Gesprächsprotokolle in einem offenen Speicher landen. Zur Laufzeit erkennt Wiz Defend Prompt-Injection-Versuche und Datenabfluss.
Was beim Kunden bleibt
Den Hinweistext „Sie sprechen mit einer KI" einbauen. Wiz prüft nicht, ob dieser Text da ist.

„Die Personalabteilung lässt Bewerbungen von einer KI vorsortieren."

Pflicht aus dem AI Act
Hochrisiko nach Anhang III, Pflichten ab 2. Dezember 2027: Datenqualität, Dokumentation, Protokollierung, menschliche Aufsicht, Cybersicherheit, Konformitätsbewertung. Als Betreiber muss die Firma Bewerber informieren und Logs aufbewahren. Ist das Tool zugekauft, trägt der Hersteller die Anbieterpflichten; ist es selbst gebaut, trägt die Firma alles.
Was Wiz liefert
Für die Datenpflicht: Welche Trainings- und Bewerberdaten liegen wo, enthalten sie besondere Kategorien (Gesundheit, Religion), wer darf darauf zugreifen. Für die Cybersicherheit: Schwachstellen im Modell-Container, offene Endpunkte, Angriffswege bis zu den Bewerberdaten. Für die Protokollierung: Wiz prüft, ob die Cloud-Protokollierung aktiv ist, und hält selbst die Historie der Konfiguration und der Zugriffe vor. Für die Aufsicht: Nachweise als Bericht.
Was beim Kunden bleibt
Die Prüfung auf Verzerrungen (bevorzugt das Modell Männer?), die fachlichen Logs der Entscheidungen, die Gebrauchsanweisung, die Konformitätsbewertung und der Eintrag in die EU-Datenbank. Dafür braucht es ein Governance-Werkzeug oder eine Beratung.

„Wir sind eine Bank und nutzen KI für Kreditscoring und Betrugserkennung."

Pflicht aus dem AI Act
Kreditscoring natürlicher Personen ist Hochrisiko nach Anhang III (ab Dezember 2027). Reine Betrugserkennung ist ausdrücklich ausgenommen. Banken müssen als Betreiber zusätzlich eine Grundrechte-Folgenabschätzung machen. In Polen sitzt die Finanzaufsicht KNF direkt in der KI-Kommission, in Deutschland bleibt die BaFin zuständig.
Was Wiz liefert
Dasselbe wie beim Recruiting, plus die Trennung: Welche Modelle gehören zum Scoring (Hochrisiko), welche zur Betrugserkennung (ausgenommen)? Das Inventar hilft, diese Grenze sauber zu ziehen und zu belegen. Die Datensicherheits-Funktion zeigt, ob Scoring-Modelle auf mehr Kundendaten zugreifen als nötig.
Was beim Kunden bleibt
Die Grundrechte-Folgenabschätzung, die Modellvalidierung nach Bankenaufsichtsrecht, die Erklärbarkeit einzelner Entscheidungen.

„Wir bauen einen internen Assistenten, der SharePoint und Confluence durchsucht."

Pflicht aus dem AI Act
Meist minimales Risiko, keine Pflichten aus dem AI Act. Die Kennzeichnung entfällt für interne Werkzeuge, wenn die Nutzer wissen, dass es KI ist. Das eigentliche Risiko ist Datenschutz: Der Assistent sieht alles, worauf sein Dienstkonto Zugriff hat, auch Gehaltslisten und Kündigungsentwürfe.
Was Wiz liefert
Die Datensicherheits-Funktion zeigt, welche sensiblen Dokumente in der Vektordatenbank oder im angebundenen Speicher liegen und ob das Dienstkonto des Assistenten zu breit berechtigt ist. Der Agenten-Blick zeigt, welche Werkzeuge der Assistent aufrufen darf (nur lesen oder auch E-Mails senden?).
Was beim Kunden bleibt
Berechtigungskonzept in SharePoint selbst und die Datenschutz-Folgenabschätzung.

„Wir setzen KI-Agenten ein, die selbstständig Aufgaben erledigen."

Pflicht aus dem AI Act
Kennzeichnung seit August 2026: Ein Agent, der mit Menschen Kontakt hat, muss sagen, dass er KI ist und in wessen Auftrag er handelt (so die Leitlinien der Kommission vom 20. Juli 2026). Bei Hochrisiko-Einsatz ab 2027 zusätzlich menschliche Aufsicht und Protokollierung. Ein Agent, der ein Hochrisiko-System für einen anderen Zweck nutzt, kann seinen Betreiber zum Anbieter machen.
Was Wiz liefert
Das Agenten-Inventar: Agent, Modell, erlaubte Werkzeuge, erreichbare Daten, Schadensradius. Zur Laufzeit: Werkzeugaufrufe, Code-Ausführung, Abweichungen vom normalen Verhalten, „Rogue Agents", also Agenten, die niemand freigegeben hat. Wiz Workflows können einem auffälligen Agenten automatisch Rechte entziehen. Das ist technisch die Umsetzung von „ein Mensch kann eingreifen und stoppen".
Was beim Kunden bleibt
Die Offenlegung gegenüber Menschen im Gespräch, die Zweckbindung des Agenten und die fachliche Freigabe, welche Aufgaben ein Agent ohne Rückfrage erledigen darf.

„Marketing nutzt Bild- und Videogeneratoren."

Pflicht aus dem AI Act
Generierte Inhalte müssen maschinenlesbar markiert sein (Anbieterpflicht, seit August 2026), Deepfakes sichtbar gekennzeichnet (Betreiberpflicht). Ab 2. Dezember 2026 sind Generatoren verboten, die ohne technische Schutzmaßnahmen Nacktbilder ohne Einwilligung erzeugen könnten; das trifft auch allgemeine Bildgeneratoren ohne Filter.
Was Wiz liefert
Das Inventar zeigt, welche Bild- und Videomodelle im Einsatz sind und ob die Schutzfilter des Cloud-Anbieters aktiv sind. Das ist der Nachweis, dass ein selbst gehosteter Generator nicht ungefiltert läuft.
Was beim Kunden bleibt
Wasserzeichen, Kennzeichnungstexte und die inhaltliche Prüfung der Ausgaben. Das macht Wiz nicht.

„Die Behörde oder ein Großkunde will Nachweise sehen."

Pflicht aus dem AI Act
Bei Hochrisiko: technische Dokumentation und Logs auf Verlangen vorlegen. In Polen ab 28. Oktober 2026: Fernprüfung mit sieben Tagen Vorlauf, Pflicht zur Mitwirkung, Zugang zu IT-Systemen, persönliche Strafbarkeit bei Behinderung. Wer bestraft wird, steht in einem öffentlichen Register.
Was Wiz liefert
Berichte pro Rahmenwerk, Heatmap über alle Rahmenwerke, Nachweise für Zugriffskontrolle, Datenschutz, Protokollierung und Cloud-Konfiguration, historisch nachvollziehbar. Ein eigenes Rahmenwerk „AI Act, Anhang III" mit den passenden Kontrollen lässt sich anlegen und dann regelmäßig als Bericht ausgeben.
Was beim Kunden bleibt
Die rechtliche Dokumentation, die Risikomanagement-Akte und die Gebrauchsanweisung, also alles, was Text statt Konfiguration ist.

„Wir waren am Stichtag konform. Reicht das?"

Pflicht aus dem AI Act
Nein. Risikomanagement und Cybersicherheit gelten „über den gesamten Lebenszyklus". Ein System, das drei Wochen nach dem Audit durch einen offenen Endpunkt oder ein neues Dienstkonto aus der Vorgabe fällt, ist nicht mehr konform.
Was Wiz liefert
Kontinuierliche Prüfung statt Stichtag. Jede Änderung in der Cloud wird neu bewertet, Abweichungen erzeugen Befunde, Wiz Workflows können sie automatisch beheben. Das ist das Kernargument von Wiz beim AI Act und lässt sich in einer Demo am Security Graph direkt zeigen.
Was beim Kunden bleibt
Änderungen am Modell selbst (neue Version, neue Trainingsdaten) müssen im Risikomanagement bewertet werden; Wiz sieht die Infrastruktur, nicht die Modellgüte.

11. Was Wiz nicht abdeckt

Für die Glaubwürdigkeit gegenüber Legal und Compliance, die im AI-Act-Projekt meist mit am Tisch sitzen, ist die Abgrenzung wichtig. Wiz ist ein Sicherheits- und Nachweiswerkzeug für die Cloud. Es ersetzt nicht:

Für diese Teile gibt es Governance-Plattformen und Beratung. Die Cloud Security Alliance empfiehlt ihre AI Controls Matrix als Übersetzungsschicht zwischen technischen Befunden und den Artikeln des Gesetzes.

12. Sechs Fragen für den Kundentermin

  1. „Habt ihr eine vollständige Liste eurer KI-Systeme, inklusive der, die Fachabteilungen und Entwickler selbst gestartet haben?" Fast niemand hat sie. Das ist der Einstieg für das Inventar.
  2. „Welche davon sprechen mit Kunden oder erzeugen Inhalte?" Dort gilt seit 2. August 2026 die Kennzeichnungspflicht.
  3. „Setzt ihr KI in Personalauswahl, Kreditvergabe, Versicherung oder Netzsteuerung ein, oder baut ihr Software für solche Kunden?" Dann läuft die Uhr bis 2. Dezember 2027, und Datensicherheit plus Cybersicherheit sind ab jetzt Nachweisthemen.
  4. „Wer bei euch darf welche Werkzeuge über einen Agenten aufrufen?" Meist Schweigen. Das Agenten-Inventar beantwortet die Frage.
  5. „Wie würdet ihr in sieben Tagen eine Fernprüfung der Aufsicht bedienen?" In Polen ab 28. Oktober 2026 real. Berichte aus Wiz sind der Teil, den man in sieben Tagen liefern kann.
  6. „Wer bei euch weiß, ob das System heute noch so konfiguriert ist wie beim letzten Audit?" Führt direkt zur kontinuierlichen Prüfung.

Für Polen zusätzlich: Die verbindliche Einzelauskunft kostet 150 Złoty. Wer sie beantragt, muss sein System genau beschreiben. Das Wiz-Inventar liefert diese Beschreibung.

Glossar

AI Act: EU-Gesetz für KI, Verordnung (EU) 2024/1689, in Kraft seit 1. August 2024. Deutsch: KI-Verordnung.
AI-APP: AI Application Protection Platform, das KI-Sicherheitspaket von Wiz, vorgestellt im März 2026.
AI-BOM: AI Bill of Materials, KI-Stückliste: Liste aller Modelle, Bibliotheken, Datensätze und Erweiterungen, die zu einem KI-System gehören.
AI-SPM: AI Security Posture Management, die Funktion von Wiz, die KI-Bausteine findet und ihre Sicherheitslage bewertet.
Anbieter: Wer ein KI-System entwickelt oder unter eigenem Namen anbietet (englisch Provider).
Anhang I: Liste im AI Act mit Produktgesetzen (Medizingeräte, Fahrzeuge, Aufzüge), in denen KI als Sicherheitsteil hochriskant ist. Pflichten ab 2. August 2028.
Anhang III: Liste im AI Act mit eigenständigen Hochrisiko-Bereichen (Recruiting, Kredit, Bildung, kritische Infrastruktur, Behörden). Pflichten ab 2. Dezember 2027.
BaFin: Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, deutsche Finanzaufsicht, bleibt für KI im Finanzsektor zuständig.
Basismodell: Sprach- oder Bildmodell für viele Zwecke, im Gesetz „KI-Modell mit allgemeinem Verwendungszweck" (GPAI).
Betreiber: Wer ein KI-System beruflich einsetzt (englisch Deployer).
Bundesnetzagentur: Deutsche Marktüberwachungsbehörde für den AI Act seit 29. Juli 2026.
CE-Zeichen: Kennzeichnung, dass ein Produkt die EU-Anforderungen erfüllt. Für Hochrisiko-KI ab 2027 vorgeschrieben.
CEN, CENELEC: Europäische Normungsorganisationen, die die technischen Normen zum AI Act schreiben. Noch nicht fertig, deshalb die Verschiebung.
CNAPP: Cloud Native Application Protection Platform, die Produktkategorie von Wiz.
Deepfake: Künstlich erzeugtes Bild, Video oder Audio, das echt wirkt.
DSPM: Data Security Posture Management, Wiz-Funktion, die sensible Daten in der Cloud findet und ihre Zugriffe zeigt.
Grundrechte-Folgenabschätzung: Prüfung, welche Auswirkungen ein Hochrisiko-System auf die Rechte der Betroffenen hat. Pflicht für Behörden, Banken und Versicherer als Betreiber.
Guardrails: Schutzfilter, die ein Cloud-Anbieter vor ein Modell schaltet, um schädliche Eingaben und Ausgaben zu blockieren.
KI-Büro: AI Office, Abteilung der EU-Kommission für die Aufsicht über Basismodelle.
KI-Kompetenz: Artikel 4 des AI Act, Pflicht, Mitarbeiter im Umgang mit KI zu schulen.
KNF: Komisja Nadzoru Finansowego, polnische Finanzaufsicht, Mitglied der KI-Kommission.
Konformitätsbewertung: Das Verfahren, mit dem ein Hochrisiko-System vor dem Verkauf geprüft wird, bei den meisten Anhang-III-Systemen durch den Anbieter selbst.
KRiBSI: Komisja Rozwoju i Bezpieczeństwa Sztucznej Inteligencji, die polnische KI-Kommission, ab 28. Oktober 2026 mit Prüfbefugnis.
KRRiT: Polnischer Rundfunkrat, Mitglied der KI-Kommission.
Model Context Protocol: Offener Standard, über den KI-Agenten Werkzeuge und Datenquellen anbinden. Wiz erkennt solche Anbindungen.
Omnibus: Digital Omnibus on AI, Verordnung (EU) 2026/1744, in Kraft seit 27. Juli 2026, verschiebt die Hochrisiko-Fristen.
OWASP Top 10 for LLM Applications: Liste der zehn häufigsten Schwachstellen in Sprachmodell-Anwendungen, herausgegeben von der gemeinnützigen Organisation OWASP.
Prompt Injection: Angriff, bei dem manipulierter Text (etwa in einer E-Mail oder Webseite) ein Modell zu unerwünschten Aktionen bringt.
Reallabor: Testumgebung unter Aufsicht der Behörde (englisch Regulatory Sandbox). Pflicht für jedes EU-Land ab 2. August 2027.
Schatten-KI: KI-Werkzeuge, die Mitarbeiter ohne Wissen der IT nutzen (englisch Shadow AI).
Security Graph: Die Landkarte aller Cloud-Objekte und ihrer Verbindungen in Wiz.
Sejm, Senat: Die beiden Kammern des polnischen Parlaments.
SOKiK: Gericht für Wettbewerbs- und Verbraucherschutz in Warschau, zuständig für Klagen gegen die KI-Kommission.
UKE: Polnische Telekommunikationsbehörde, Mitglied der KI-Kommission.
UOKiK: Polnisches Wettbewerbs- und Verbraucherschutzamt, Mitglied der KI-Kommission.
Vektordatenbank: Speicher, in dem Dokumente so abgelegt sind, dass ein Sprachmodell sie nach Bedeutung durchsuchen kann. Kernstück interner Assistenten.
Wiz Code: Wiz-Funktion für Sicherheit im Quellcode und in Entwickler-Werkzeugen.
Wiz Defend: Wiz-Funktion für die Erkennung von Angriffen zur Laufzeit.